Heilbronner Stimme 08.01.2014

Neue Liste für die Kommunalwahl

Talheim Breitbandinitiative will ihr Themenspektrum ausweiten – Gruppierung der Grünen noch unsicher
Von unserer Redakteurin Sabine Friedrich

Es werden wohl einige neue Gesichter nach den Sommerferien am Ratsrund in Talheim Platz nehmen. Zum einen bildet sich aus den Reihen der Breitbandinitiative eine neue Liste, zum anderen ist noch nicht klar, ob die Grüne bürgernahe Liste (GbL) bei den Kommunalwahlen am 25. Mai wieder antritt. Zudem kandidieren einige Mitglieder des Gemeinderats nicht mehr für das Ehrenamt. Die Parteien und Gruppierungen sind dabei, die Namen für die Nominierungsversammlungen zusammenzutragen. Die Kandidatensuche gestaltet sich teilweise schwierig. BIT -das Kürzel ist dasselbe, hinter den Buchstaben verbirgt sich jedoch ein neuer Name: Aus der Breitbandinitiative Talheim sind die BürgerInteressen Talheim geworden. Der Kreis möchte sein Themenspektrum und sein Aktionsfeld ausweiten. ,,Wir sind bereit, einen Teil unserer Freizeit zu opfern, um die Lebensqualität in der Gemeinde zu fördern“, begründet Sprecher Lutz Krauss den Schritt zu einer eigenen Liste. ,,Der Erfolg von BiT hat gezeigt, dass man etwas erreichen kann“, nennt Steffen Manske die Motivation.

Namen Acht Namen sind bereits fix. Neben Krauss (52) und Manske (44) sind das Sylvia Hofmann-Meile (45), Monika Bartolf (63), Wolfgang Niklaus (53), Wolfgang Geiger (64), Eike Kollmorgen (48) – und Joachim Dürr. Der 54-Jährige wechselt die Seiten, ist er doch seit zwei Amtsperioden für die Freie Wählervereinigung im Gemeinderat. Es steckten keine Unstimmigkeiten mit der FWV dahinter, sagt Dürr. ,,Ich fand diese ehrenamtliche Arbeit von BiT super. Sie hat sich dermaßen eingesetzt und ein Engagement hingelegt, so was muss man unterstützen. Eine solche Gruppe muss relativ stark im Gemeinderat vertreten sein“, erklärt der Schreinermeister seine Beweggründe. Krauss und Bartolf haben schon einmal auf der FWV-Liste gestanden, den Sprung ins Gremium aber nicht geschafft. Das hat sie nicht entmutigt. „Ich möchte nicht nur eine Liste auffüllen“, sagt Bartolf, die sich vor allem für die Senioren einsetzen möchte, warum sie der FWV diesmal einen Korb gegeben hat.
,,Unser Name ist Programm. Wir möchten nah an den Leuten dran sein, Themen finden, Informationen sammeln, in den Gemeinderat bringen und umsetzen“, beschreibt Sylvia Hofmann-Meile die Motivation. Eine ,,transparente Öffentlichkeitsarbeit“ propagiert Dürr, eine bessere Beteiligung der Bürger. Vier Sitze wären für Lutz Krauss Grund zum Feiern. BIT möchte die Liste mit 14 Kandidaten voll bekommen. Das strebt auch die CDU an. Zwölf Namen stünden bereits fest, so der Ortsverbandsvorsitzende Manfred Walter. Es sei schwierig, Kandidaten zu finden, vor allem junge Frauen sagten ab, weil sie in Familie und Beruf eingespannt seien. Diese Erfahrung machen auch andere. Aus Altersgründen scheidet bei der CDU Otto Kurz (63) nach 15 Jahren aus. Auch Annette Schorndorfer-Georgi hört auf. ,,Ich überlege es mir noch“, sagt Eberhard Nehr (70), seit 30 Jahren SPD-Gemeinderat. Eva Volz tritt für die Genossen wieder an. Weil die FWV neben Dürr auch noch Petra Seehaus aus beruflichen Gründen verliert, lässt sich Erhard Schoch (62), seit 1975 FWV-Gemeinderat wieder aufstellen. ,,Ein gewisser Biss ist noch da“, reizt ihn die Kommunalpolitik weiter. Wenn drei FWV-Räte ausschieden, wäre das schlecht. Martin Happel ist zu einer zweiten Amtsperiode bereit.

Rückzug ,,Ich stelle keine Listemehr auf.“ Thomas Maurer zieht sich nicht nur von der Kandidatensuche, sondern nach elf Jahren auch als Gemeinderat der Grünen bürgerlichen Liste zurück. Zwar hat er mit der BIT geliebäugelt, Privat- und Berufsleben ließen jedoch die Ratstätigkeit, die viel Energie verbraucht habe – obgleich er mit der Arbeit zufrieden gewesen sei – nicht weiter zu. Zudem sieht der 52-Jährige seine Interessen bei BIT gut vertreten. „Ohne Ortsverband ist es schwierig“, bestätigt die zweite GbL-Rätin Friederike Schrape. Da fehlten Leute, die den Räten zuarbeiten, ergänzt Maurer. Schrape arbeitet Vollzeit, kann sich deshalb nicht um eine Liste kümmern. Ob jemand anders aktiv werde, sei noch offen.


Ursprung

2009 hat sich die Breitbandinitiative Talheim (BiT) formiert. Sie hat die Gemeinde beraten, Vorarbeiten geleistet, die Bedarfsanalyse für die Bevölkerung erstellt, Knowhow eingebracht. Dieser technische Sachverstand ist für die Gemeinde wichtig gewesen, deshalb hat sie die Mitstreiter für ihr bürgerschaftliches Engagement beim Bürgerabend 2012 geehrt. BiT und der finanzielle Einsatz der Gemeinde – 56 000 Euro den für die Verlegung der Leerrohre ausgegeben – hat zum Modellprojekt für zukunftsfähiges DSL mit Kabel-BW geführt.
Die in Bürgerinteressen Talheim um-firmierte BIT plant die Nominierungsversammlung für die Kandidatenliste zur Gemeinderatswahl Ende Februar. Der CDU-Ortsverband hat seinen Termin bereits auf 15. Januar festgelegt. Heute, Mittwoch, ist um 19.30 Uhr in der Gaststätte Landturm das nächste Bit-Treffen. Da die Gruppierung neu ist, muss sie für ihren Wahlvorschlag laut Kommunalwahlgesetz 20 Unterschriften von Wahlberechtigten vorlegen. Diese Größe gilt für Kommunen, die zwischen 3.001 und 10.000 Einwohner haben. bif


 

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