Breitband in Talheim

Seit sich die BIT dem Thema Breitbandausbau annimmt, geht es in Talheim mit dem Ausbau voran. War es in der ersten Phase noch das Ziel, in den unterversorgten Gebieten, insbesondere im Bereich Hundsberg, zu zeitgemäßen Übertragungsraten zu gelangen, steht nun die zukünftige  Entwicklung im Mittelpunkt unserer Anstrengungen. Innerorts haben wir einen Versorgungsgrad in Talheim, der über dem Durchschnitt von 24 MBit/s in Deutschland liegt, zwischenzeitlich erreicht.

In das Gewerbegebiet Rauher Stich, unserem Sorgenkind, kommt auch Bewegung. Der Gemeinderat beschloss auf seiner Sitzung am 5. November 2018 eine Kooperationsvereinbartung, um unser komplettes Gewerbegebiet mit Glasfaser zu versorgen. Nach meinem Kenntnisstand wurde die erforderliche Kundenzahl erreicht, um einen Ausbau vornehmen zu können. In dem Zusammenhang ist auch interessant, dass auch die Deutsche Telekom, die den Rauhen Stich mit VDSL und einer max. Übertragungsrate von derzeit 16 MBit/s im Download versorgt, Interesse an einem Ausbau bekundet hat. Zwar nicht mit Glasfaser, sondern mit VDSL Vectoring. Uns soll es recht sein, Hauptsache es kommt Bewegung in die Sache.

In diesem Zusammenhang ist auch erwähnenswert, dass in der Heilbronner Stimme, Ausgabe vom 26. April 2019,  die Summe von 11,6 Mio Euro für den Glasfaserausbau in Talheim genannt wird. Aber Achtung: Diese Betrag wird mit Sicherheit so nicht aus dem Haushalt der Gemeinde beglichen werden. Dies geht aus dem Artikel nicht deutlich hervor. Kommt es zum Ausbau im Gewerbegebiet, und alles spricht derzeit dafür, dann kostet dies den Steuerzahler genau 0.- Euro. Wie Sie der Sitzungsvorlage entnehmen können, erfolgt der Ausbau eigenwirtschaftlich, d.h. ohne Steuergelder. Damit kann man von den genannten 11,6 Mio schon einmal das Gewerbegebiet abziehen. Auch im geplanten Neubaugebiet Tiefer Graben / Vorderer Tiefer Graben werden für den Ausbau sicherlich keine kommunalen Gelder für den Glasfaserausbau notwendig. Übrigens wurde auch die Studie, die diese Kosten ermittelt hat, nicht aus dem Gemeindehaushalt bezahlt, sondern von einem Förderprogramm des Bundes.

Den aufmerksamen Bürgerinnen und Bürger ist sicherlich auch nicht entgangen, dass die BIT e.V. sich immer äußerst skeptisch gegenüber direkte Zahlungen an Telekommunikationsunternehmen geäußert hat. Seit dem Engagement der BIT e.V. wurden genau 0.- Euro direkt an Breitbandanbietern aus der Gemeindekasse bezahlt. Was die BIT e.V. aber immer unterstützt hat, war das Verlegen von Leerrohren bei Tiefbauarbeiten. Diese wurden, zumindest zum Teil, von einigen Anbietern von der Gemeinde Talheim gepachtet, verbleiben also im Eigentum der Gemeinde Talheim. Damit ersparen sich die Telekommunikationsanbieter teure Tiefbauprojekte und die Gemeinde Talheim bekommt die investierten Gelder über die Pachteinnahmen hoffentlich wieder herein.

Wie geht es aber in den nächsten Jahren weiter? Es ist unrealistisch, dass ein flächendeckender Ausbau mit Glasfaser zu jedem Gebäude in Talheim innerhalb von Monaten zu realisieren ist. Da würde der gesamte Ort über diesen Zeitraum zur Baustelle werden. Außerdem benötigt die Gemeinde auch einen Kooperationspartner, der das Netz später betreibt und vermarktet. Derzeit steht, wie bereits erwähnt, die Erschließung des Neubaugebietes Tiefer Graben / Vorderer Tiefer Graben an. Möglicherweise eröffnen sich auch Perspektiven für den gesamten Ort. So viel sei Ihnen aber versprochen: Wir bleiben an dem Thema dran.

Da bekanntlich am 26. Mai 2019 neben der Kommunalwahl in Baden-Württemberg auch die Europawahl statt findet: Wollen Sie sich über den Stand der Breitbandversorgung in Europa informieren, kann ich Ihnen den Sonderbericht Nr. 12 des Jahres 2018 empfehlen.

Lutz Krauss

Breitband in Talheim

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