Castoren auf dem Neckar

Wie bereits in der Gemeinderatssitzung vom 17.10.2016 bekannt gegeben, beabsichtigt die EnBW Kraftwerk GmbH 15 Castoren vom Kernkraftwerk Obrigheim zum Kernkraftwerk Neckarwestheim zu verbringen. Am Donnerstag, 16.03.2017 wurden die Bürgermeister und Gemeinderäte der an der Wegstrecke liegenden Gemeinden zu einer Informationsveranstaltung eingeladen. Anwesend waren auch Vertreter des Landesinnenministeriums und des -umweltministeriums als zuständige Aufsichtsbehörde. Für die Genehmigung der Transporte ist das Bundesamt für kerntechnische Energiesicherheit (BfE) zuständig. Die Genehmigung wurde bisher (Stand: 16.03.2017) noch nicht erteilt. Jedoch geht die EnBW Kraftwerk GmbH davon aus, dass dies in nächster Zeit erfolgen wird.

Durch das vorzeitige Abschalten der Blöcke I und II in Neckarwestheim sind in dem dort errichteten Zwischenlager Stellplätze frei, die die EnBW Kraftwerk GmbH nutzen möche. Im GKN Obrigheim, welches derzeit zurückgebaut wird, befinden sich noch Brennstäbe in einem Naßlager. Damit spart sich der Betreiber den Bau eines Zwischenlagers in Obrigheim. Eigentlich sollten Nukleartransporte bis zur endgültigen Entscheidung über die Lagerung von Atommüll vermieden werden.

Für den Transport soll ein sogn. Schubleichter mit Schubboot zum Einsatz kommen. Dieser Verband wird noch von einem zusätzlichen Schubboot begleitet. Während der Fahrt soll zwischen zwei Schleusen kein weiterer Schiffsverkehr statt finden. Auch die Neckarbrücken sollen lt. Planung für die Zeit der Durchfahrt für den Straßenverkehr gesperrt werden. Insgesamt werden fünf Fahrten benötigt, da pro Fahrt drei Castoren transportiert werden können. Die Castoren verbleiben während des Transports auf den Fahrzeugen, es wird nach dem Roll-On / Roll-Off Verfahren transportiert.

Da die Genehmigung für die Transporte noch nicht vorliegt, kann derzeit weder über den genauen Zeitpunkt noch über Details berichtet werden. Die EnBW Kraftwerk GmbH hat aber versichert, über ihre Homepage unter dem Punkt Castortransport die interessierte Öffentlichkeit zu informieren. Die genauen Transporttermine werden aber nicht genannt werden. Dies ist wahrscheinlich auch nicht notwendig. Die Gegner der Transporte werden diese auch ohne die EnBW in Erfahrung bringen.

Zwischenzeitlich hat sich ein Bündnis Neckar castorfrei gebildet. Dort können Sie die Argumente der Transportgegner nachlesen. Natürlich ist es klar, dass durch die Nutzung der freien Stellplätze in Neckarwestheim und durch den Verzicht des Baus eines Zwischenlager in Obrigheim Kosten bei der EnBW Kraftwerk GmbH gespart werden. Hierbei dürfen Sie nicht nur an die Baukosten denken. So ein Zwischenlager muss auch rund um die Uhr bewacht werden. Klar dürfte auch sein, dass nach der Abschaltung des Blocks II in Necharwestheim zum 31.12.2022 noch Jahre, wenn nicht gar Jahrzehnte vergehen werden, bis unsere Region atomfrei ist.

Castoren auf dem Neckar

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