Einsetzung neue Gemeinderäte

Geheime Wahl für alle Ausschüsse

Neue Gruppierung BIT sorgt für zeitaufwendiges Prozedere im Gemeinderat

TALHEIM Einen außergewöhnlichen Start gab es für den neuen Talheimer Gemeinderat. Zweieinhalb Stunden dauerte die konstituierende Sitzung am Montagabend im Kulturtreff. Weil sich die BürgerInteressen Talheim (BIT), die neu im Gremium sind, überraschend auf keine Einigung über die Besetzung Ausschüsse mit der CDU, der SPD und den Freien Wählern Talheim (FWT)im Vorfeld einließen, wurde geheim gewählt. Joachim Dürr, Lutz Krauß und Sylvia Hofmann-Meile wollten es so.

Stoisch ,,Wenn es zu keiner Einigung kommt, muss eben gewählt. Das sieht unsere Demokratie so vor“, sagte Bürgermeister Rainer Gräßle, der die Wahlen in stoischer Ruhe durchzog. Nach dem aufwendigen Prozedere fiel das Ergebnis so aus, wie es vorher geplant war. Zwar mit so manchem Kopfschütteln, aber gelassen und konzentriert wählten auch die Räte der anderen Gruppierungen Eva Volz (SPD) meinte hinterher trocken: „Das war überflüssig wie ein Kropf. Wir hätten uns ohne Probleme im Vorfeld auf das gleiche Ergebnis einigen können.“
Ihr ausgeschiedener Kollege Eberhard Nehr, der 30 Jahre dem Gremium angehörte, und Beobachter war, schüttelte nur den Kopf: ,,So etwas habe ich noch nie erlebt.“ Das bestätigte Erhard Schoch, der seit 40 Jahren im Talheimer Gemeinderat sitzt. Martin Happel (FWT) meinte augenzwinkernd: „Wir haben Dienst nach Vorschrift gemacht.“
Joachim Dürr (BIT) begründete das Vorgehen: ,,Es gab einen Einigungsversuch, aber der hat uns nicht gefallen. Unsere einzige Chance war die geheime Abstimmung. Vielleicht stimmt da ja jemand anders als offen ab.“ Dieses Kalkül ging nicht auf. Im Gegenteil, bei einer Einigung im Vorfeld wäre möglicherweise noch ein stellvertretender Bürgermeisterposten für die BIT.
BIT herausgesprungen. So bleibt es bei zweien: Dr. Michael Gantner (CDU) und Erhard Schoch (FWT) wurden gewählt. Das ging wie üblich per Akklamation.

Zu Beginn hatte Bürgermeister Rainer Gräßle Eberhard Nehr (SPD), Annette Schorndorfer-Georgi, Otto Kurz (beide CDU), Thomas Maurer, Friederike Schrape (GbL) und Petra Seehaus (FWT) feierlich verabschiedet. ,,Sie haben immer den Willen der Bürger in den Mittelpunkt ihrer Entscheidungen gestellt und viel Verständnis für die kommunalen Zusammenhänge gezeigt.“
Respekt ,,Ich wünsche Ihnen den notwendigen Respekt voreinander, einen sachlichen Umgang miteinander und die notwendige Gelassenheit für so ein Ehrenamt“, gab er dem neuen Gremium vor der Verpflichtung mit auf den Weg.
Trotz Verlust eines Sitzes ist die CDU mit fünf Räten weiter stärkste Fraktion, neu ist hier Klaus Peter Lobmüller. Die FWT bleibt vierköpfig, neu sind Renate Harzenetter und Dr. Ursel Sickenberger. Wilfried Mistele hat jetzt den zweiten SPD-Sitz inne. Die Grüne Bürgerliche Liste trat nicht mehr an. Dritte Kraft ist die BIT mit 3 Räten.

Quelle: Heilbronner Stimme 23.07.2014 (von Kirsten Weimar)

GR 14-19

Einsetzung neue Gemeinderäte

Ein Kommentar zu “Einsetzung neue Gemeinderäte

  • 26. Juli 2014 um 11:07
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    „Auf machad nore, s’Essa ufm Haigern wird kalt“! So könnte man die Kommentare einiger Gemeinderäte deuten. Aber wir glauben natürlich an das Gute im Menschen!

    Was heißt, „in 30 Jahren habe ich sowas noch nie erlebt“? Die Arbeit im Gemeinderat ist transparent für ALLE Bürger zu gestalten. Nicht nur Gemauschel im Hinterzimmer oder am Stammtisch. Da es auch ungültige Wahlzettel gab, muss diese Übung wohl noch öfter gemacht werden. Über die Ausschüsse wurde im Vorfeld NICHT verhandelt, sondern es wurde ein fertiges Konzept von 3 Parteien/ Polit. Gruppierungen (CDU, SPD und FWT) vorgelegt, dem die BIT zustimmen sollte. Zum Abnicken sind unsere Vertreter aber nicht gewählt worden.

    „Dienst nach Vorschrift“. Gemeinderat Happel hat es erkannt. Dafür wurde er gewählt. Vorschriften sind da, um eingehalten zu werden. „Unnötig wie ein Kropf“! Heißt das Wahlen sind unnötig, wenn man das Ergebnis „erahnen“ kann? Im Bundestag stehen auch sehr viele Ergebnisse vor der Wahl zu irgendeinem Gesetzentwurf fest und trotzdem wird gewählt. Die Gemeindeordnung sieht Wahlen ausdrücklich vor. Wenn auch Ausschüsse gewählt werden, die gar keine sind (Kindergartenausschuss)! Ob das alle Gemeinderäte gewusst haben? Unsere Vertreter haben im Vorfeld die Gemeindeverwaltung darauf aufmerksam gemacht! Die Verwaltung wusste es natürlich.
    Braucht man einen Hofausschuss? Sollte es dann nicht besser einen Liegenschaftsausschuss geben? Solche Fragen sollten sich unsere gewählten Gemeinderäte mal stellen, nicht dass mal 1 Stunde Ausschüsse (bzw. Nichtausschüsse) gewählt werden. Und auf dem Haigern wird das Essen doch frisch zubereitet, kann gar nicht kalt geworden sein!

    Meines Wissens ist den BürgerInteressen Talheim der Posten als stv. Bürgermeister NICHT angeboten worden. Wer streut solche Gerüchte? Cui bono, wem nützt das? Den Posten wollte die BIT auch gar nicht haben. Sollen die mit den meisten Stimmen Stellvertreter sein! Ist doch ok. Dies ist auch kein Grundrecht. Ergibt sich meist aus den Mehrheitsverhältnissen im Gemeinderat. Die BIT hat übrigens beiden Vertretern zugestimmt. Das ist blöd, denn jetzt kann man nicht sagen: „Die sind ja gegen Alles was seit Jahrzehnten reibungslos funktioniert“.

    Die nächste Gemeinderatsitzung ist am 28. Juli. Da ist aber auch ein Fest, auf das man nach der Sitzung gehen will. Da wird man wohl ordentlich Gas geben, oder? 😉

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