Erfahrungsbericht VDSL-Umstellung

Erfahrungsbericht Umstellung Telekom auf VDSL, „Tatort“ Mühläckerring

Nach der Informationsveranstaltung BIT/Telekom am 1.10.15 wartete ich vergeblich auf den angekündigten Besuch eines Telekom-Vertreters. Also erfolgte Anfang November initiativ ein Besuch im Telekom-Laden in Heilbronn. Dort erhielt ich freundliche und kompetente Beratung zu meiner Umstellung auf VDSL/Vectoring.

Technische Situation: Der vorhandene DSL-Anschluss sollte durch VDSL abgelöst werden, und dabei für die Telefonie auch gleich ein Wechsel von ISDN auf Internet-Telefonie (VoIP) vorgenommen werden. Das Öffnen des Splitters und Abklemmen der Kabel von a und b, um sie auf die Positionen 1 und 2 in einer normalen Telefonanschlussdose zu legen, an der der neue Telekom-Router W724V angeschlossen werden sollte, traute ich mir selbst zu. (Eine kleine Besonderheit bei uns ist, dass Splitter und vorheriger Router nicht im Keller angesiedelt sind, sondern wegen der besseren Abstrahlleistung für das WLAN im 1. Obergeschoss; dadurch wird das ISDN-Signal erst aus dem Keller hochgeleitet, dort im Splitter getrennt und dann wieder nach unten geführt. Der nachgeschaltete NTBA kann dann in dem nach dem Umklemmen ja totgelegten ISDN-Zweig verbleiben.)

Der Auftrag für „MagentaZuhause L“ wurde erteilt und die Geräte Speedport W724V und 2 Speedphone-Telefone gekauft; und wegen der gleichzeitigen Vertragsumstellung auch auf „MagentaMobil L“ gab es die Möglichkeit, ein neues iPhone 6 für 79,95 € mitzunehmen! Und als Bündelung zum „MagentaEins Vorteil“ konnte ich noch LTE max. und eine Mobil-Flatrate vom Festnetz sowie SmartHome mit zwei dazu gekauften Applikationen bekommen.

Tipp: Nach verfügbaren Kombi- und Sonderangeboten bei der Bestelltung im Telekom-Laden fragen.

Erste kleine Hürde: die notwendige normale Telefondose, um den Splitter zu ersetzen, kann man im Telekom-Laden nicht erwerben. Elektroläden und Baumärkte sowie natürlich amazon schaffen hier Abhilfe (ca. 5 €).

Am 30.11. sollte die Umstellung erfolgen, per SMS am Vortag noch einmal angekündigt. Also nahm ich den Umbau am Nachmittag des 30.11. wie beschrieben vor; Internet und die zwei neuen Telefone sowie analoges Fax funktionierten – bis auf den kleinen Wermutstropfen, dass der erhoffte Geschwindigkeitsgewinn von bisher 6 Mbit auf 100 Mbit sich ins Gegenteil verkehrte: Download 0,6 Mbit und Upload 0,1 Mbit. Eine am 30.11. erhaltene SMS, dass die volle Funktionalität erst gegen 21 Uhr verfügbar wäre, beruhigte erst einmal. Am 01.12. war ich ganztägig unterwegs, am 02.12. morgens dann ein erneuter Geschwindigkeitstest mit dem gleichen niederschmetternden Ergebnis. Wegen der endlosen Warteschleife in der Telefon-Hotline unter 0800/3301000 fuhr ich wieder in den Telekom-Laden Heilbronn. Ergebnis: eigentlich dürfte gar nichts funktionieren, die Telefonie bei der Geschwindigkeit sowieso nicht, es läge auch eine galvanische Störung zwischen Verteilerkasten in der Sturmfederstraße und unserem Hausanschluss im Mühläckerring vor. Ein Techniker von der Störungsstelle würde am Freitag, den 04.12.15, danach sehen und ggf. auch bei uns im Haus vorbeischauen.

Ein Blick in den Verteilerkasten löste das Geschwindigkeitsproblem, worüber uns der Techniker dann persönlich berichtete: es hatte überhaupt keine Umstellung stattgefunden, der für den 30.11. terminierte Auftrag war schlichtweg nicht ausgeführt worden. (Gleiches war vor einigen Jahren bei der Umstellung auf DSL passiert.) Warum langsames Internet und IP-Telefonie ohne Umstellung funktionierten, konnte auch dieser Techniker nicht erklären.

Die nun im LAN erzielbare Geschwindigkeit liegt bei ordentlichen 90 Mbit im Download und 38,5 Mbit im Upload. Allerdings musste ein Reset des Routers vorgenommen werden, die zuvor im zentralen Telefonbuch bereits eingegebenen Kontakte waren damit wieder verloren.

Tipp: Mit dem Befüllen von „unsere Kontakte“ bis zu allerletzt warten.

Im WLAN zeigte sich beim Test am Abend des 4.12. ein ganz merkwürdiges Phänomen in Sachen Geschwindigkeit: Download mit 25 Mbit und Upload mit 38 Mbit??? Verdrehte Welt…also beschloss ich am Morgen des 5.12. ein weiteres Reset des Routers mit Ausschalten und Versuch der Neukonfiguration, die aber misslang.

Denn Telefonie und Fax funktionierten nicht mehr. Das Lämpchen Telefonie am Router brannte nicht mehr, lt. Router-Konfigurationsprogramm war unser Anschluss mit seinen drei Rufnummern auf einmal nicht mehr für IP-Telefonie eingerichet; ich konnte nicht einmal mehr die Speedphones am Router anmelden. Anrufe auf unserer Festnetznummer landeten direkt auf der SprachBox, Internet im LAN raste weiterhin. Also eine ganze Stunde (!) in der Hotline-Warteschleife verbracht (dabei entstand übrigens der Entwurf dieses Erfahrungsberichts); weil der Techniker in der Hotline auch nur Fehlermeldungen zu unserem Anschluss bekam, erfolgte eine Weitergabe unseres Störfalls an die Diagnose-Abteilung. Ein Rückruf auf meinem Handy wurde bis 18 Uhr zugesichert.

Um kurz vor 20 Uhr kam eine SMS auf mein Handy, dass ich eine Nachricht auf der SprachBox meines gestörten Festnetzanschlusses hätte. Das war seitens Telekom völlig unüberlegt: Hätte ich diese SMS-Benachrichtigung nicht eingerichtet und die SprachBox-App auf meinem Handy nicht installiert gehabt, wäre diese Nachricht nie zu mir gekommen! Eine computergenerierte Stimme teilte mit, dass die Störung nicht behoben werden konnte und man am nächsten Tag weiter daran arbeiten werde.

Tipp: Bitte die SMS-Benachrichtigung und die SprachBox-App sofort installieren. (Sie ist auch sehr hilfreich für die Einstellung von Rufumleitungen.)

Nach 20 Uhr erfolgte dann noch ein Anrufversuch des Telekom-Kundenservice, der auf die SprachBox ging. Dort wurde aber keine Nachricht hinterlassen – noch einmal: warum ruft die Telekom überhaupt auf einem gestörten Anschluss an, wenn man die Störungsmeldung über Mobilfunk macht und diese Nummer auch explizit für Rückrufe angibt.

Weiter ging es dann am Nikolaustag, dem 06.12. Um kurz nach 10 Uhr kam eine SMS der Telekom. Freudig geöffnet folgte sogleich die Enttäuschung: es war eine normale Kundenumfrage zur Zufriedenheit nach dem gestrigen Kontakt mit dem Kundenservice. „Liebe Telekom“: man sollte solche Umfragen mit mehrstufiger SMS-Komunikation nicht starten, solange das Problem noch nicht gelöst ist! Die erste Frage lautet sogar, ob das Anliegen gelöst wurde, und wenn man da mit „2“ für „nein“ antwortet, sollte der Dialog beendet werden mit der Botschaft „Wir fragen intern noch einmal nach und melden uns schnellstmöglich wieder!“

In dem SMS-Dialog wurde am Ende angeboten, dass man unter www.telekom.de/email-kontakt sich bei Fragen melden könnte. Dort wird auch ein Chat angeboten, der aber leider mehrfach belegt war; also habe ich das Formular ausgefüllt, um am Ende ein Dankeschön zu erhalten mit der Mitteileung, das man innerhalb der nächsten Tage eine Antwort erhalten werde. „Tage“ – wenn das Telefon nicht funktioniert…

Ich machte nun erneut den Geschwindigkeitstest: LAN war weiterhin bei 90 Mbit (damit übrigens um 6 Mbit langsamer als mein noch bestehender KabelBW-Anschluss), im WLAN (PC direkt nebem dem Router) hatte der Download aufgeholt, war aber immer noch langsamer als der Upload! Nun ja, ich hatte zunächst größere Sorgen, dass das Telefon endlich mal wieder funktionieren würde. Der Gang ins Speedport-Konfigurationsprogramm zeigte erneut an, dass meine Rufnummern nicht für VoIP-Telefonie bekannt waren.

Am 7.12. morgens funktionierte Telefonie immer noch nicht, der Kundenservice vermeldet wie in den letzten Tagen, dass eine Störung bekannt sei und an der Behebung gearbeitet würde. Wie mit Herrn Krauss von der BIT vereinbart, erfolgte per E-Mail eine Meldung an Herrn Ackermann von der Telekom, der für den VDSL-Ausbau in Talheim der Ansprechpartner ist. Währenddessen wartete ich über eine Stunde in der Warteschleife des Telekom-Kundenservice ohne einen Gesprächspartner zu bekommen.

Am Abend Feedback-Mail von Herrn Ackermann, dass er seinen Serviceleiter informiert habe und ein Techniker morgen käme.

Am 8.12. nachmittags erhielten wir Besuch von demselben Techniker wie schon 4 Tage zuvor. Nach einigen Versuchen ließ sich Telefonie wieder einrichten, für die Anmeldung der Speedphones am Router war aber auch für den Telekom-Techniker ein Anruf bei einem Service-Spezialisten erforderlich.

Das Phänomen des im Vergleich zum Download schnelleren Uploads im WLAN konnte jedoch nicht geklärt werden. Hier liegen die Ursachen in den Sendeeinstellungen für WLAN, d. h. Sendefrequenz, gewähltes Übertragungsprotokoll sowie eingestellte Kanäle beeinflussen folgende Aspekte: welches Gerät kann mit dem WLAN verbunden werden, und wie sind Geschwindigkeit, Reichweite und Zuverlässigkeit der WLAN-Verbindung. Der Telekom-Techniker empfahl mit diesen Einstellungen auszuprobieren und in einem Telefonat mit einem Telekom-Spezialisten für genau meinen Router Speedport W724V Typ A erhielt ich die gleiche Empfehlung.

Bei Herrn Krauss von der BIT habe ich angeregt, dieses technische Thema im Stammtisch PC/Smartphone aufzugreifen, um einen Erfahrungsautausch dazu zu führen: welche Einstellungen sind wann optimal? Dabei werden auch Fragen nach einem Vergleich von Routern aufkommen – und das ist mein letzter Tipp: Ob der Speedport in Sachen Bedienungskomfort und vor allem Signalstärke das Richtige ist, weiß ich nicht… Vielleicht war ich da zu vorschnell bzw. habe es mir zu einfach gemacht, alles aus einer Hand zu nehmen.

Dr. Andreas Lenz

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2 Kommentare zu “Erfahrungsbericht VDSL-Umstellung

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